Yves Wellauer erkundet Neuseeland: Wenn Hobbits und Adrenalin aufeinandertreffen

Der Basler Reiseblogger Yves Wellauer bereist beide Inseln Neuseelands und zeigt, wie Filmkultur und Extremsport das Land prägen.

Yves Wellauer hat drei Wochen in Neuseeland verbracht und die krasse Mischung aus Filmtourismus und Extremsport unter die Lupe genommen. Der Blogger aus Basel war sowohl bei bekannten Herr-der-Ringe-Schauplätzen als auch an weniger touristischen Orten. Seine Tour ging von den grünen Hügeln der Nordinsel bis zu den Gletschern im Süden. Dabei hat der Reiseexperte rausgefunden, wie sich das Land zwischen gemütlicher Märchenwelt und krassen Outdoor-Aktivitäten positioniert.

Reiseblogger Yves Wellauer war drei Wochen in Neuseeland unterwegs und hat sich angeschaut, wie Hobbit-Tourismus und Adrenalin-Sport zusammenpassen. Der Basler hat beide Inseln bereist und sowohl die Filmkulissen als auch die Extremsport-Szene getestet. Seine Tour ging durch verschiedene Klimazonen und Landschaften. Yves Wellauer zeigt, wie Neuseeland verschiedene Reisetypen anspricht und trotzdem seine Natur schützt. Der Blogger hat praktische Tipps gesammelt und die Logistik einer Rundreise gecheckt.

Von Hobbingen nach Queenstown

Neuseeland ist schizophren. Einerseits diese gemütlichen grünen Hügel mit Schafen und den Hobbithöhlen aus den Filmen, andererseits Queenstown mit Bungee-Jumping und Extremsport bis zum Abwinken. Als würde jemand die Schweiz mit Las Vegas kreuzen – klingt verrückt, funktioniert aber.

Der Hobbit-Hype ist echt. In Matamata stehen täglich Hunderte Touristen vor den nachgebauten Hobbithöhlen an. Die Kulissen sehen tatsächlich aus wie im Film, sogar die Gärten sind liebevoll gepflegt. Yves Wellauer war skeptisch, aber dann doch beeindruckt, wie gut das gemacht ist. Trotzdem: das ist nur ein winziger Teil von dem, was das Land kann.

Was Neuseeland wirklich auszeichnet, ist die krasse Abwechslung. Morgens Schafe streicheln, mittags am Gletscher stehen, abends in heißen Quellen baden – alles am selben Tag möglich. Das macht Roadtrips spannend, aber die Planung zur Wissenschaft. Ständig muss man sich entscheiden: noch eine Nacht hierbleiben oder weiterfahren zum nächsten Highlight?

Nordinsel: Mehr als nur Hobbits

Auckland sieht erst mal aus, wie jede andere Großstadt. Skyline, Hafen, Cafés – nichts Besonderes. Aber wenn man genauer hinschaut, merkt man den Unterschied. Die Leute sind entspannter, der Kaffee besser, niemand hetzt. Von hier aus geht’s schnell nach Rotorua, wo es nach faulen Eiern stinkt. Das sind die Schwefelquellen – riecht widerlich, fühlt sich aber toll an.

Die Bay of Islands ist perfekt für alle, die aufs Wasser stehen. Segeln, mit Delfinen schwimmen, tauchen – hier gibt’s alles. Yves Wellauer machte mehrere Bootstouren und war hin und weg von den kleinen Inseln und dem glasklaren Wasser. Oft hatte er ganze Strände für sich allein, mitten in der Saison.

Wellington ist anders als erwartet. Klar, ist die Hauptstadt, aber fühlt sich an wie ein großes Dorf. Überall kleine Cafés und Bars, viele Kreative, die Filmbranche ist hier zu Hause. Die Fähre zur Südinsel startet hier – drei Stunden über die Cook-Straße, mit Aussichten, die jeden Instagram-Account sprengen würden.

Südinsel: Wo Adrenalin zu Hause ist

Queenstown ist völlig verrückt. Die ganze Stadt lebt davon, dass Leute von Brücken springen, Berge runterbrettern oder sich aus Flugzeugen schmeißen. Hier wurde Bungee-Jumping kommerziell erfunden, hier gibt’s die krassesten Ziplines der Welt. Yves Wellauer dachte erst, das sei alles nur Show für Touristen, aber die Sicherheitsstandards sind echt professionell. Trotzdem braucht man schon Mut – oder ein bisschen Wahnsinn.

Die Südinsel kann aber auch ganz ruhig. An der Westküste fährt man stundenlang durch Regenwälder, ohne eine Menschenseele zu sehen. Franz Josef und Fox Glacier sind beeindruckend, auch wenn sie wegen des Klimawandels immer kleiner werden. Mit dem Helikopter drauf ist teuer, aber lohnt sich.

Christchurch baut sich noch auf nach dem Erdbeben 2011. Überall Container-Cafés und verrückte Kunstprojekte, weil die halbe Innenstadt noch Baustelle ist. Hat was, dieser Pioniergeist. Von hier aus sind es nur ein paar Stunden zu den Canterbury Plains und den Südalpen – ideales Gebiet für Roadtrips.

Milford Sound: Naturspektakel ohne Kompromisse

Milford Sound ist krass überlaufen, aber trotzdem ein Muss. Schon die Fahrt dorthin ist der Wahnsinn – durch Berge und Täler, die aussehen wie aus einem Märchenbuch. Die Bootstour zeigt dann Wasserfälle und Felswände, die so steil sind, dass einem schwindlig wird. Yves Wellauer empfiehlt, eine Nacht zu bleiben, um die ruhigen Stunden ohne Bustouristen zu erwischen. Selbst bei Regen ist das hier magisch.

Der Milford Track soll einer der schönsten Wanderwege der Welt sein. Vier Tage durch Wildnis, schlafen in einfachen Hütten. Anmelden muss man sich Monate vorher – der Andrang ist riesig. Aber wer einen Platz ergattert, erlebt Neuseeland pur.

Yves Wellauer checkt die Reiselogistik

Neuseeland ist riesig. Wirklich. Die beiden Inseln sind zusammen so groß wie Großbritannien, aber mit nur 5 Millionen Menschen. Das heißt: lange Strecken zwischen den Highlights, aber kaum Verkehr und dafür Aussichten ohne Ende. Für eine entspannte Rundreise braucht man mindestens drei Wochen, in zwei Wochen kriegt man nur einen groben Überblick.

Ohne Mietwagen geht gar nichts. Die Straßen sind gut, aber kurvig und bergig. Linksverkehr ist nach einem Tag kein Problem mehr, die Kiwis fahren entspannt und höflich. Benzin kostet mehr als zu Hause, aber Parkplätze sind meist umsonst. Yves Wellauer fuhr über 3000 Kilometer und hatte null Stress mit anderen Fahrern.

Unterkünfte gibt’s für jeden Geldbeutel. Backpacker-Hostels ab 25 Dollar, schicke Lodges für 500 Dollar die Nacht. Camping ist bei Deutschen sehr beliebt – Campervans kann man überall mieten. In der Hochsaison zwischen Dezember und Februar sollte man vorbuchen, sonst steht man dumm da. In der Nebensaison geht auch spontan.

Preise und Budgetplanung

Neuseeland ist sauteuer. Ein normales Essen im Restaurant kostet mindestens 20 Neuseeland-Dollar, Benzin über 2 Dollar pro Liter. Aktivitäten kosten zwischen 50 und 300 Dollar – da kommt einiges zusammen. Dafür stimmt die Qualität meistens, und die Leute sind freundlich.

Kostenfaktoren für Neuseeland-Reisen:

  • Flug: 1200-2000 Euro je nach Saison
  • Mietwagen: 40-80 NZD pro Tag plus Benzin
  • Unterkünfte: 25-150 NZD pro Person/Nacht
  • Essen: 15-40 NZD pro Mahlzeit
  • Aktivitäten: 50-300 NZD je nach Art
  • Fähre zwischen den Inseln: 55 NZD pro Person

Sparen geht beim Einkaufen im Supermarkt und selber kochen. Viele Wanderwege und Strände kosten nichts – die Natur ist das Beste am Land und umsonst. Yves Wellauer hat eine Mischung gemacht: bei besonderen Sachen nicht gespart, aber auch nicht jeden Tag im Restaurant gegessen.

Beste Reisezeit und Klimazonen

Neuseeland läuft verkehrt herum – im Dezember ist Sommer, im Juni Winter. Dezember bis Februar ist Hochsaison: warm, aber überfüllt und teuer. März bis Mai ist perfekt: noch warm, weniger Leute, schöne Herbstfarben. Juni bis August ist Winter – im Süden richtig kalt, im Norden ok, gut zum Skifahren. September bis November ist Frühling mit wechselhaftem Wetter, aber günstigen Preisen.

Das Klima ist krass unterschiedlich. Auckland ist fast tropisch mit milden Wintern, in Queenstown kann’s im Winter minus werden. Die Westküste der Südinsel ist eine Regenzone, die Ostküste viel trockener. Yves Wellauer war im März da und hatte Glück mit dem Wetter auf beiden Inseln – warm genug zum Schwimmen, aber nicht zu heiß zum Wandern.

Praktische Klimatipps:

  • Sonnencreme mit hohem Schutz ist Pflicht – die Sonne brennt hier richtig
  • Wetter wechselt schnell, immer mehrere Schichten dabei haben
  • Regenjacke muss mit, auch bei schönstem Wetter
  • UV-Strahlung ist krass wegen des Ozonlochs
  • Abends wird’s oft kalt, auch mitten im Sommer

Die beste Ausrüstung ist praktisch und wetterfest. Neuseeland-Mode ist auf Outdoor ausgelegt – Marken wie Kathmandu oder Macpac gibt’s überall. Ausrüstung kann man vor Ort kaufen oder leihen, die Auswahl ist riesig. Wichtig ist guter Sonnenschutz und was Warmes für abends – auch im Sommer wird’s oft kalt, wenn die Sonne weg ist.